“Alexa, bestell mir ein Haus…!” – Greift Amazon jetzt auch die Baubranche an?

„Alexa, bestell mir ein Haus!“

„Sehr gerne! Darf ich Dir die Einrichtung gleich mitkonfigurieren?“

„Natürlich, brauchst Du dazu Informationen von mir?“

„Nein, nicht nötig, ich kenne Dich ja…“

Amazon ist momentan für jede Industrie das Schreckgespenst. Wenn Amazon in eine Industrie eintritt, zerstört alleine die Ankündigung einer Transaktion Milliarden an Börsenwert der Wettbewerber. In 2018 mehrten sich die Anzeichen, dass die Baubranche ganz oben auf der Liste der nächsten Ziele steht.

Was treibt Amazon um? – Kampf um die Pole Position beim Kunden

Bis vor einiger Zeit haben sich die vier sogenannten GAFA noch die einzelnen Bereiche geteilt: Google zum Suchen, Amazon zum Shoppen, Facebook für die Freunde und Apple für teure revolutionäre Smartphones.

Inzwischen steht Amazon im direkten Wettbewerb mit Google, Facebook und Apple um den Zugang zum Endkunden. Alle wollen sich am Anfang jeglicher Kundeninteraktion positionieren.

Dazu hat inzwischen jeder der Vier nicht nur digitale Assistenten von Siri bis Alexa, sondern auch Geräte, die diese Assistenten an den Frühstückstisch, ins Bad und ins Schlafzimmer bringen.

Grundsätzlich hat Amazon jedoch einen großen Nachteil gegenüber dem Google Assistant oder Apple mit Siri: Ihnen fehlt die Integration ins Smartphone. Daher wird es für Amazon umso wichtiger Alexa in möglichst jede Umgebung zu integrieren.

Was macht Amazon heute schon in der Baubranche? – Alles!

Amazon ist bereits heute einer der größten Bauherren in den USA. Mit dem Bau von zwei weiteren Headquarters bei Washington und New York entwickeln sie nun ganze Städte für 50.000 neue Mitarbeiter. Abgesehen davon besitzt und betreibt Amazon unzählige Logistikstandorte und Serverfarmen auf der ganzen Welt, besitzt mit Wholefoods 480 Lebensmittelgeschäfte und expandieren mit ihren eigenen Kette Amazon Go.

Besonders abgesehen hat es Amazon in letzter Zeit jedoch auf den privaten Wohnbau.

Zuerst ging Amazon hierfür eine Kooperation mit Lennar ein, der größten Hausbaugesellschaft in den USA. Lennar realisiert für Amazon ihren größten Traum: Häuser die komplett mit Alexa und allen Smart Home Anwendungen und Geräten ausgestattet verkauft werden. In vielen Städten kann man sich bereits Musterhäuser vor Ort ansehen und in kostenlosen Beraterterminen herausfinden, wie man Alexa zuhause am besten nutzen kann.

Und nur kurze Zeit nach der Präsentation von mehreren Smart Home Geräten, investierte Amazon über den Alexa Fund in “Plant”, einem Hersteller von Fertighäusern.

Warum fokussiert sich Amazon so sehr aufs Eigenheim?

Amazon kann mit dieser Ausstattung jede Bewegung, jedes Wort, die Temperatur, den Verbrauch und viele weitere Daten des Hauses und allem was darin passiert sammeln, analysieren und in Umsatz verwandeln.

Amazon kann die gesamte Erstausstattung des Hauses liefern, von Elektronik bis Möbel und viele Produkte inzwischen auch als Eigenmarke.

Noch spannender ist jedoch der wiederkehrende Ecommerce Umsatz mit Amazon’s Abodiensten: den gesamte Wocheneinkauf von Lebensmitteln bis Haushaltswaren kann man sich mit Amazon bequem bis ins Haus liefern lassen – Woche für Woche. Diese Art des E-commerce Umsatz ist für Amazon von besonderem Interesse: Einmalige Akquisekosten, wiederkehrende Bestellungen, planbar und mit so gut wie keinen Retouren.

Die Daten sind auch hervorragend für ein weiteres Geschäftsfeld von Amazon geeignet, in das sich Amazon gerade vortastet: Versicherungen: Amazon weiß dann wieviel wir wiegen, was wir konsumieren, wie sauber das Haus ist, wieviel Besuch wir bekommen etc etc. Daten in einer Qualität die für klassische Versicherungsunternehmen unerreichbar sind.

Ein ganzes Haus bei Amazon bestellen? Ja, klar.

Ein weiterer Faktor, den man nicht unterschätzen darf, ist das Vertrauen der Zielgruppe in die Marke Amazon. Durch viele kleinere Transaktionen, herausragendem Service und Kundendienst hat sich Amazon über Jahre das Vertrauen der Konsumenten gesichert. In den USA vertrauen Kunden Amazon mehr als dem FBI, der Polizei oder Banken.

Praktisch auch, dass in den USA 70% der Online Shopper mit einem Einkommen über 150.000 USD einen Amazon Prime Account besitzen.

Fazit

Das Vorgehen Amazons beim Aufbau neuer Geschäftsfelder ist immer ähnlich. Über Partnerschaften mit Drittanbietern bauen sie Reichweite in dem jeweiligen Feld auf und lernen die Metriken kennen. Wenn beides weit genug entwickelt ist, steigen sie selbst ein und bieten die Produkte an. Das gleiche läßt sich jetzt an der Kooperation mit Lennar und dem Invest in Plant erkennen. Durch Lennar lernen sie den Markt, die Probleme und die Erfolgsfaktoren kennen und ziehen Interessenten an. Mit Plant haben sie sich die Möglichkeit gesichert, selbst Anbieter zu werden. Ob und mit welchem Druck Amazon also in die Baubranche einsteigt, wird sich also am Erfolg der Kooperation mit Lennar ablesen lassen.

Einen unfairen Vorteil haben sie auf jeden Fall: Amazon muss mit dem Verkauf des Hauses selbst keinen Dollar verdienen. Das machen sie dann mit dem Umsatz in den Jahren danach!

Was Amazon mit Alasco zu tun hat?

Auch ein voll durchdigitalisiertes Gebäude besteht nicht nur aus Codezeilen, sondern muss auch geplant und gebaut werden. Dabei wird Amazon hohe Ansprüche an Qualität und Kosteneffizienz haben. Hier kommen, neben Skaleneffekten und modernen Bautechnologien, Software und die zugehörigen Workflows in Spiel.

Wir bei Alasco beschäftigen uns jeden Tag mit der Entwicklung genau dieser Software. Durch die digitale Vernetzung aller Projektbeteiligten, ermöglichen wir den Bau von besseren und kostengünstigeren Immobilien.

Gerne erklären wir Ihnen, wie Sie mit Alasco, durch die Digitalisierung der Projektfinanzen, Ihre Bauprojekte besser steuern können.

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2019-02-28T10:14:37+02:00