ESG-Kriterien entwickeln sich zu Ratingkriterien, Wertschöpfungsketten und Rohstoffe werden bewertet, die Effizienz von Prozessen überprüft und angepasst. ESG und die damit verbundenen Regularien erfahren auch in der Immobilienbranche mehr und mehr an Bedeutung. Drei Monate vor Inkrafttreten der ESG-Offenlegungsverordnung ist es höchste Zeit, die Auswirkungen auf das eigene Unternehmen zu analysieren. Nicht zuletzt, weil sich Nachhaltigkeit auch in der Immobilienbranche zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor entwickelt. 

Abseits der Regularien, die die Branche nachhaltig beeinflussen werden, sind auch globale Entwicklungen ein Beweggrund dafür.  “Wir sind mitten in einer Klimakrise. Es ist klar, dass wir sie nur bewältigen können, wenn alle mitziehen – Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ich glaube, die Immobilienbranche muss sich dieser Verantwortung noch bewusster werden”, sagt Nachhaltigkeits- und ESG-Expertin Viola Raddatz im Interview mit Alasco. Die Veränderung beginnt dabei in kleinen Schritten: von der Analyse des Status Quo, über die Identifikation unternehmerischer Nachhaltigkeitsziele, hin zur Einführung nachhaltigerer interner Prozesse. Wie Sie in neun Schritten mehr Nachhaltigkeit in Ihr Unternehmen bringen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Zu Beginn jeder Strategieentwicklung steht eine Status Quo Analyse. So kann die Strategie optimal auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens angepasst werden.

Identifizieren Sie relevante Themen und Bereiche, die eine große Hebelwirkung, sowohl für Ihre eigene unternehmerische Tätigkeit als auch für Ihre Stakeholder bzw. die Umwelt und Gesellschaft, haben.

Um die Themen mit dem größten Impact zu identifizieren, sollten Sie eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführen. Dabei gewichten Sie Themen nach bestimmten Kriterien und ordnen sie ein. Ziel ist die Verdichtung des Themenkatalogs auf wesentliche Themen, die die Basis für ein Nachhaltigkeitsprogramm bilden.

Prüfen Sie dabei konsequent Impact und Geschäftsrelevanz und sortieren Sie irrelevante Themen aus.

Durch die Wesentlichkeitsanalyse entsteht eine Liste an Top-Themen. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie sowohl relevant für den Geschäftsverlauf in den kommenden Jahren ist, als auch einen wesentlichen Impact auf Umwelt und Gesellschaft hat. Ein Tipp: Clustern Sie die Themen im Nachgang unter Handlungsfelder.

Definieren Sie konkrete Nachhaltigkeitsziele für jedes Handlungsfeld.

Ebenso müssen Sie sinnvolle Zeithorizonte für diese Ziele festlegen. Manche Ziele lassen sich schnell realisieren, andere sind langfristig zu betrachten.

Um ihre Ziele erreichbar zu machen, können Sie davon nun umsetzbare Maßnahmen ableiten.

Der letzte Schritt ist die Umsetzung Ihrer geplanten Maßnahmen. Hierbei ist es entscheidend, Verantwortlichkeiten festzulegen: Wer ist dafür verantwortlich, die einzelnen Maßnahmen zu erfüllen und die Ziele zu erreichen? Überlegen Sie auch in welchen Abständen und in welchem Rahmen die Erreichung der Maßnahmen und Ziele überprüft werden sollen.

Viola Raddatz ist Expertin für Nachhaltigkeit, ESG und Corporate Social Responsibility (CSR). Sie berät Unternehmen bei der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie und einer passenden ESG-Kommunikation ihrer Themen. Zuvor war sie als Unternehmensberaterin bei einer der führenden CSR-Beratungen Deutschlands tätig und hat als Nachhaltigkeitsmanagerin bei einem großen digitalen Immobilienportal gearbeitet.

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